AStA watch – Bonn

14.07.2009

Niveau ist keine Hautcreme

von autor in Basta

von David Knorr und Lena Mevissen

Versetzte uns basta 632 in Schockstarre, wich diese mit basta 633 zunächst leichter Hoffnung auf Besserung. Nach Basta 634, der letzte Ausgabe also, kehrte wieder Ernüchterung in der Juso-Hochschulgruppe ein. Vom „Penner mit Blockflöte“ konnte man da lesen. Zuvor bereits vom „Ficken“. Moment, wie war das noch gleich? Ach ja, Niveau ist keine Hautcreme… Wir gestehen zu, Seite 2 ist unschwer zu erkennen der Satirebeitrag der basta. Nun wissen wir seit Erich Kästner: die Satire darf alles. Sie darf aber vor allem auch lustig sein… Sie sollte jedoch nicht in plumper Manier beleidigen und diskriminieren. Das tut ihr aber, indem ihr zwischen Pennern, sozial-benachteiligten Studierenden (oder durch Studiengebühren verhinderte) und vermeintlich heilversprechenden Stipendien einen Konnex herstellt. Das ist stillos, in der Sache falsch und unangemessen. Versteht uns nicht falsch, Jusos verstehen Spaß – wenn’s gut gemacht ist.

Weiter geht’s – mit dem Bericht zu den gewählten AStA-ReferentInnen. Nun ist es ja so, dass gerade der RCDS während unserer Amtszeit immer viel auf Transparenz gepocht hat. Da hat auch keiner was gegen, wir sind alle für Transparenz. Doch wer soll das auf dem Foto in der letzten basta sein? Giorgo de la Cruz, der Sozialreferent? Eine klare Falschbehauptung, handelt es sich dabei doch um Roman W. von der ULF! Zwei Möglichkeiten: Klarer Fall von Intransparenz, oder: Die AStA-MitarbeiterInnen kennen sich gar nicht untereinander.

In der Rubrik “kurz und knackig” wird sich darüber beschwert, dass der VVN-BdA gefördert wurde. Die Basta-Leserinnen und -leser dürfen aber nichts darüber erfahren, wofür diese Abkürzung eigentlich stehen soll. Das liegt möglicherweise daran, dass die Nachricht nicht mehr ganz so überzeugend klingt, wenn man weiß, dass es um die “Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten” geht, einem Verband von überlebenden Nazi-Opfern und Initiator der Kampagne “nonpd”.

Den traurigen Höhepunkt bildet schließlich der Artikel der basta-Chefredakteurin (!) über den Finanzhaushalt („Beim Geld hört die Freundschaft auf“). Über den holprigen Stil sehen wir mal generös hinweg. Es ist aber ratsam, nur über Dinge zu schreiben, mit denen man sich auskennt – und wünschenswert bei der Wahrheit zu bleiben! Wir dachten immer, eine gute Recherche lernt man selbst beim Boulevard… Inhaltlich also eine kurze Richtigstellung: Die Verschickung von zwei unterschiedlichen Haushaltsplan-Entwürfen an Haushaltsausschuss und Studierendenparlament ist Fakt und nicht „angeblich“. Und dass die Kulturinitiativen aufgrund der Beschwerde der Juso-Hochschulgruppe kein Geld erhielten, ist schlicht und ergreifend erlogen, da die Kulturgruppenförderung von der Beschwerde nicht betroffen ist. Und nochmals: Der AStA spart kein Geld und gibt dieses an die Kulturinitiativen. Bereits der Vorgänger-AStA (u.a. Jusos) erhöhte die Kulturgelder. Zudem verzichteten die Mitarbeiter von RCDS und ULF im AStA auf keine Aufwandsentschädigungen – die Referate für Ökologie, Politische Bildung und Schwule und Lesben wurden vom AStA schlichtweg abgeschafft. Aber auch diese Einsparungen erreichen bei weitem nicht die vom RCDS behauptete Höhe von 10.000 Euro, sondern lediglich eine Summe von 4.520 Euro. Der Ältestenrat wird noch über die Beschwerde beraten. Was herauskommt, werden wir sehen…


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